Ungarische Delegation besuchte Waldviertler Karpfenteichwirtschaft
Im Rahmen einer Studienreise des ungarischen Aquakultur- und Fischereiverbandes MA-HAL besuchten Anfang September rund 40 Vertreter:innen aus Produktion, Verarbeitung, Ausbildung, Forschung und dem zuständigen ungarischen Ministerium das Waldviertel. Dabei standen die heimische Karpfenteichwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung sowie die jeweiligen Rahmenbedingungen und der grenzüberschreitende Fachaustausch im Mittelpunkt.
Besucht wurden unter anderem die Teichwirtschaft Kainz in Waidhofen/Thaya, die Teiche und der Hofladen von Schloss Litschau, die Fischlederverarbeitung Yupitaze in Reitzenschlag sowie Teichleben Waldviertel Bio-Karpfen in Heidenreichstein. Auch ein Besuch in Langschlag samt Austausch mit Bürgermeister Andreas Maringer über den Frauenwieserteich stand auf dem Programm. Ein besonderer Höhepunkt war ein gemeinsames Netzwerktreffen mit dem Österreichischen Verband für Fischereiwirtschaft und Aquakultur (ÖVFA) in Litschau, bei dem ÖVFA-Bundesobmann Markus Payr die österreichische Fischbranche vorstellte. Auch die NÖ Karpfenkönigin Michaela Altmann sowie die Vorstandsmitglieder des NÖ Teichwirteverbandes Franziskus Seilern-Aspang und Christoph Arnhof waren dabei vertreten.
Zum Abschluss der Studienreise gab Biofisch-Pionier Marc Mößmer Einblick in die Verarbeitung und Vermarktung seiner Fische über die Biofisch-Manufaktur in Wien. Dabei fand ein Fachgespräch mit Ferdinand Trauttmansdorff, Obmann des NÖ Teichwirteverbandes, statt.
Die Anerkennung der Waldviertler Karpfenteichwirtschaft als landwirtschaftliches Weltkulturerbe durch die Welternährungsorganisation FAO erwies sich einmal mehr als Türöffner für den internationalen Austausch. Sie macht die jahrhundertealte Form der Teichwirtschaft und damit die Region Waldviertel sichtbar. Trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen und Größenordnungen zeigte sich, dass Fischereiwirtschaft und Aquakultur in Österreich und Ungarn vor ähnlichen Herausforderungen stehen und vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch profitieren.
Die Nachberichterstattung erfolgt im Rahmen des Projekts ACFA II (austria communicates fisheries and aquaculture):