Vorstandssitzung in Waidhofen an der Thaya
Obmann Ing. Ferdinand Trauttmansdorff informierte gemeinsam mit Verbandsgeschäftsführer Leo Kirchmaier über die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung der beim Patentamt geschützten Wort-Bild-Marke „Waldviertler Karpfen“ im Zusammenhang mit der Auszeichnung als landwirtschaftliches Weltkulturerbe. Zugleich wurde eine Projekteinreichung über eine Forschungsförderschiene besprochen, um die vielfältigen Ökosystemleistungen der Teiche – von regionaler Lebensmittelproduktion und Wertschöpfung bis zu Biodiversität und Klimaregulation – stärker öffentlichkeitswirksam sichtbar zu machen. In einem Gastvortrag zum Projektbericht über die geschützten Pflanzenarten Zwergbinsen und Strandlingsfluren berichtete der NÖ Naturschutzbund vom Wert der Teiche. Fixiert wurde in der Vorstandssitzung außerdem eine Fachexkursion im Juni 2026 nach Tirschenreuth in die Oberpfälzer Partnerregion des NÖ Teichwirteverbandes. Im „Land der 1.000 Teiche“ wird der grenzüberschreitende Fachaustausch weiter vertieft.
In der Diskussion beim Punkt „gesetzliche Rahmenbedingungen“ wurde der Handlungsdruck beim von öffentlicher Hand gewünschten Ausbau der heimischen Fischproduktion deutlich: Der Selbstversorgungsgrad mit Fisch liegt in Österreich laut Branchendaten nur bei rund 8 Prozent. Hier geraten Betriebe in Zielkonflikte zwischen den bürokratischen Vorgaben wie etwa bei der Wasserrahmenrichtlinie, die den nationalen bzw. EU-Aquakulturzielen entgegenstehen. Es bestand Einigkeit, dass es praxistaugliche Lösungen in Genehmigungsverfahren und Bewirtschaftung braucht, um das heimische Potenzial dieses europaweit ersten Fischzuchtsystems im Rang eines landwirtschaftlichen Weltkulturerbes abzusichern und auszubauen.
Aufgrund des „Karpfenkreisverkehrs“ bot sich Waidhofen an der Thaya als Sitzungsort ideal an. Im Vorfeld zum Vorstandstreffen wurde die Skulptur durch den Verbandsobmann, den Geschäftsführer, die Produkthoheiten NÖ Karpfenkönigin Michaela I. und NÖ Karpfenprinzessin Theresa I. sowie die Sponsoren der Karpfenfigur, Obmann-Stellvertreter Andreas Kainz und Florian Kainz von der Teichwirtschaft Kainz, besichtigt. Der Karpfen sorgt hier seit Mitte November des Vorjahres in direkter Nähe der Teichwirtschaft Kainz für ein weithin sichtbares Zeichen der Waldviertler Karpfenteichwirtschaft. Der „Karpfenkreisverkehr“ unterstreicht auf sympathische Art und Weise die von der FAO bescheinigte globale Bedeutung als landwirtschaftliches Weltkulturerbe.
Die Berichterstattung erfolgt über den Österreichischen Verband für Fischereiwirtschaft und Aquakultur (ÖVFA) im Rahmen des Projektes ACFA II (Austria Communicates Fisheries and Aquaculture):